Afro Anatolian Tales, Live in Teheran Die Bezeichnung „afro-anatolian“ führt ein wenig in die Irre, denn Afro-Elemente finden sich nicht in dem musikalischen Kulturaustausch auf diesem Album. Zwei Türken und ein Rumäne, alle drei tätig in einer interkulturellen Band im niederländischen Amsterdam, und zwei Iraner haben sich hier zusammengefunden zu einem Konzert für das Fajr Musikfestival 2008 in Teheran, das live mitgeschnitten wurde. Im Fundus an Instrumenten und Spieltechniken des Perkussionisten Sjahin During hat das Afrikanische zwar seinen Platz, in der Konstellation für diesen Auftritt aber erzeugt During gemeinsam mit Ali Rahimi auf Dombak und Duff eine Textur, die vornehmlich persisch geprägt und in Sound und Rhythmik indischem Tabla-Spiel nicht unähnlich ist. Melodisch schweben darüber die Ideen von Koroush Babaei auf dem Kamanche, Alex Simu auf Klarinette und Saxophon und Ozhan Acikbas auf der Saz. Die subtilen und faszinierenden Improvisationen, die dabei entstehen, werden schließlich von Acikbas’ Gesang gekrönt und ergeben insgesamt ein rhythmisch pulsierendes und doch kontemplatives Musikerlebnis, dessen Wärme und Schönheit den Hörer in sanften Wellen durchströmen. Eigentlich nicht zu beschreiben, aber auf jeden Fall wunderschön. (www.global-mojo.com)